Schulneubau im Kinderheim

Im Heim in Kati werden die Kinder auch unterrichtet, früher meistens im Freien, unter einem behelfsmäßigen Dach. In Mali besteht keine gesetzliche Schulpflicht, wohl aber das staatliche Bemühen, die Einschulungsquote von im Landesdurchschnitt ca. zwei Drittel der Kinder stetig zu erhöhen. Die Grundschulen sind in zwei Abteilungen (Klassen 1 bis 6 und 7 bis 9) eingeteilt, mit in der Regel 50 bis 100 Schülern pro Klasse aber weit überbelegt. Jede private oder gemeinnützige Initiative einer Schulgründung entlastet diese Situation.

Die Genehmigung zur Schaffung einer privaten Grundschule wurde am 22. April 2011 vom malischen Erziehungsministerium erteilt. Im selben Jahr konnten wir durch eine Förderung der Stiftung Nord-Süd-Brücken Berlin und durch eigene Gelder aus Spenden mit insgesamt 20.000 Euro den Bau von zwei Klassenräumen finanzieren. Nun werden gemeinsam mit den Heimkindern auch externe Schüler unterrichtet, deren Eltern dafür Schulgeld zahlen. Damit wird eine wichtige Einnahmequelle für die laufenden Ausgaben, z. B. die Lehrergehälter, erschlossen.

Am 4. Januar 2014 konnte die Schule des Kinderheimes feierlich eröffnet werden. Vier neue Klassenräume, ein Lehrerzimmer und ein Büro kamen zu den zwei vorhandenen Klassenräumen hinzu. Katis Bürgermeister und andere Offizielle gaben der Eröffnung einen würdigen Verlauf. Für den Freundeskreis nahmen der Vorsitzende Bernward Credo, die stellvertretende Vorsitzende Marina Ohlendorf sowie Vera Dähnert teil. Besonders erfreute alle die Tatsache, dass mit dem Schulbau ein Hoffnungszeichen gesetzt werden konnte. Trotz der politischen Instabilität in Mali, die erst mit den Wahlen im Sommer und Herbst 2013 zurückgedrängt werden konnte, verlief der Schulbau wie geplant ohne Verzögerung. Der Freundeskreis Kati hat Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) sowie eine großzügige Spende des Lions Club Via Regia Erfurt erhalten. Mit eigenen Mitteln aus Spenden konnten so die ca. 43.000 Euro Baukosten aufgebracht werden.

Inzwischen – Februar 2017 - besuchen 182 Kinder die Schule, neben den 35 Heimkindern weitere 147 aus dem Stadtteil Coco, in dem sich Heim und Schule befinden. Die meisten Eltern der Gastschüler zahlen Schulgeld.
Die Fotostrecke dokumentiert die Entstehung der neuen Klassen- und Funktionsräume – vom Rohbau bis zur Eröffnung des ersten und des zweiten Schulteils.

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